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Prothesenversorgung nach Hüftexartikulation/ Hemipelvektomie

Bei der Hüftexartikulation wird der gesamte Oberschenkel im Hüftgelenk amputiert. Da kein Femur (Oberschenkelknochen) mehr vorhanden ist, mit dem die Prothese fixiert und gesteuert werden könnte, muss die Adaption zwischen Körper und Prothese durch einen Beckenkorb geschaffen werden. Der Beckenkorb überträgt die auftretenden Kräfte und dient als Aufnahme für das erforderliche Prothesenhüftgelenk. Das Gehen mit Hüftprothesen ist generell möglich. Die Schwungphase der Prothese wird durch die Rotation des Beckens eingeleitet und gesteuert, was sehr anstrengend ist und hohe Anforderungen an das Gleichgewicht des Patienten stellt.

Aufbau der Prothese

Beckenkorb

  • Herstellung durch Gießharztechnik oder Silikon-Prepegtechnik

Hüftgelenk

  • Versorgungsmöglichkeit bspw. mit dem Modular-Hüftgelenk 7E7 oder dem Hüftgelenksystem 7E10 Helix 3D (Fa. Otto Bock)

Kniegelenk

Die Steuerung der Schwungphase kann mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch geregelt werden.

Monozentrische Kniegelenke:

  • einachsige Gelenke
  • gibt es als Feststell-, Bremsknie- und elektronisch gesteuerte Kniegelenke
  • Feststellgelenke, für Patienten mit hohem Sicherheitsbedürfnis, das Gelenk wird nur zum Sitzen entriegelt
  • Bremskniegelenke, das Gelenk wird bei Belastung verriegelt und ist bei Entlastung frei beweglich
  • elektronisch gesteuerte Kniegelenke, geben dem Patienten ein Höchstmaß an Sicherheit und Komfort

Polyzentrische Kniegelenke:

  • diese Art von Kniegelenk hat mehrere Achsen, diese sichern die Standphase und erleichtern das Durchschwingen des Unterschenkels

Elektronisch gesteuertes und aktiv motorbetriebenes Kniegelenk:

  • unterstützen den Patienten aktiv beim Treppensteigen und bei Anstiegen

Prothesenfuß

Der Fuß ist die Basis jeder Prothese und hat aufgrund dieser Eigenschaft einen großen Einfluss auf die Dynamik. Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Typen von Prothesenfüßen: den gelenklosen fest verschraubten Fuß, den Gelenkfuß, den energierückgebenden Fuß und den elektronisch gesteuerten Fuß.

Gelenklose Füße:

  • Beweglichkeit wird durch die im Fuß verwendeten Kunststoffe erreicht

Gelenkfüße:

  • Beweglichkeit wird durch ein eingebautes Gelenk und einen Puffer ermöglicht

Energierückgebende Füße:

  • Carbonkonstuktionen
  • die beim Abrollen eingebrachte Energie wird am Ende der Standphase wieder abgegeben (Energierückgabe)
  • stoßdämpfende Wirkung ist meist ebenfalls vorhanden

Elektronisch gesteuerte Füße:

  • selbstständige Einstellung auf verschiedene Bewegungssituationen und/oder Absatzhöhen

Ihr Ansprechpartner

Christina Kolbe
Teamleiterin 
Ortopädie-Technik
Tel. (0361) 4377-0
c.kolbe@bos-erfurt.de

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